Etro ist eine metamorphe, sich ständig im Fluss befindliche, sprunghafte Sprache. Sie nährt sich von der ständigen Bewegung von Drucken und Farben, malt sie auf den Körper in Formen, die mit Gesten und Handlungen fließen. Es ist eine Sprache, die das Leben nachahmt und seinem Rhythmus folgt.









Der angespannte, rituelle Rhythmus von La Niña untermalt diese Show. Marco De Vincenzo badet im Etro-Flow, lässt sich von seiner Regie mitreißen, atmet die rebellische Freiheit des Gründungsmoments, die Freude an der Psychedelik und lässt die Geschichte von selbst Gestalt annehmen, während sich alles mit einer Freiheit voller Gefühl und doch frei von Schemata fügt.









Spontaneität, eine ursprüngliche und unbezwingbare Energie, durchdringt den Akt des Anziehens, der auch eine Art des Selbstausdrucks ist. Im Fluss vermischt sich alles: ungreifbare Formen, die sich hüllen und winden, akzentuiert durch Rüschen und Fransen; Präzise Schneiderkunst, erhellt durch seidigen Schimmer; Häkelarbeiten und Transparenzen, die Haut freigeben.









Alles bewegt sich und lädt Auge und Tastsinn zu ständigen Umwegen ein: Nietenfransen ziehen sich über Leder-Bikerjacken und Wildledermäntel; Perlenfransen brechen die Drucke; metallische Jacquards überlagern sich mit rhythmischen Motiven. Farben explodieren in den kontrastierenden Rüschen, in den bunten Einlagen auf Lederblousons und in den malerischen Motiven, die auf Brokaten blühen. Schwarz ist plötzlich, aber dennoch strahlend und ungreifbar.









Der Fluss wird durch Schmuck bereichert, der wie Wirbel aus flüssigem Metall gefertigt und filigran gehämmert ist und die Form von Chamäleons hat. Und dann gibt es breitkrempige Hüte aus lasergeschnittenem Leder und perlenbesetzte Schals, Schuhe mit überzogenen Absätzen und bestickten Riemen, Tote Bags mit Fransen und weich geformte Handtaschen, verziert mit phyto- und zoomorphen Anhängern. Der Etro-Trend fließt, verfolgt sich selbst und schreitet unaufhaltsam voran.









